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Geld und Münzen - vom Klumpen bis zum Papiergeld

Schon vor über 4.000 Jahren zahlten die Menschen im vorderen Orient mit Klumpen aus Gold, Silber oder Kupfer. Bis richtige geprägte Münzen erfunden wurden, dauerte es jedoch noch lange. Meist wurde mit Naturalien bezahlt oder besser gesagt getauscht. So konnte man bis vor kurzem noch in Teilen der Mongolei mit gepressten Teeplatten bezahlen. Auf den Fidschi-Inseln benutzten die Einwohner die Zähne der Pottwale und auf den Yap-Inseln bis zu über drei Meter hohe runde Steine.

Die ältesten Münzen wurden im 7. Jahrhundert vor Christus in Lydien in der heutigen Türkei geprägt. Interessant ist auch, wo die Menschen das Geld bei sich trugen: im alten Athen steckten sie es in die Backen. Die Münzen waren oft sehr klein und wären sonst leicht verloren gegangen. Bei den alten Griechen stellten viele Städte ihre eigenen Münzen her, und darum wurden auf die Münzen ganz verschiedene Bilder geprägt. In Athen war auf den Münzen das heilige Tier der Stadt, die Eule, zu sehen. Die Münzen der alten Griechen und Römer sind alle mit der Hand geprägt, darum sind sie für Sammler besonders reizvoll, denn keine gleicht völlig der anderen. Weil die Münzen der verschiedenen Länder und Städte oft einen unterschiedlichen Wert hatten, brauchte man bald Geldwechsler. In die wichtige Handelsstadt Athen kamen Münzen aus ganz Griechenland, der heutigen Türkei und dem Orient.

Bei den Römern kam das Geld erst 300 Jahre später als bei den Griechen auf. Es war zuerst nur aus Bronze. Silbermünzen gab es erst, als die Römer in Süditalien, wo es viele griechische Städte gab, Krieg führten. In Rom war die Münzstätte im Tempel der Göttin Juno, die den Beinamen Moneta, die "Mahnerin" hatte. Deshalb hieß auch eine Münze bald moneta, und noch unser Wort "Moneten" erinnert daran. Nachdem das Römische Reich untergegangen und die Germanen nach Westeuropa eingewandert waren, wurde wieder viel mehr mit Sklaven, Rindern und Häuten getauscht als mit Geld bezahlt.

Im Mittelalter gab es bei uns Jahrhunderte lang nur eine Geldsorte: den Pfennig. Der Pfennig gelangte bis in den Orient, weil die Christen auf den Kreuzzügen ihr Geld mitnahmen. In den eroberten Ländern haben die Kreuzritter dann auch ihre eigenen Pfennige geprägt. In Bayern konnte man um 1300 für einen Pfennig zwei Pfund Rindfleisch, zehn Eier oder zwei Liter Bier kaufen, für zwei Pfennig ein Huhn oder einen Liter Wein. Die ersten großen Silbermünzen wurden 1486 in Tirol geprägt. Ihren Namen "Taler" haben diese Münzen von der Stadt Joachimstal in Böhmen. Dort waren reiche Silbervorkommen entdeckt worden.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden zwischen 1618 und 1623 die Münzen immer "schlechter", weil man statt Silber immer mehr Kupfer verwendete. Die "Kipper und Wipper" sortierten mit der Münzwaage die schwereren und somit wertvolleren Münzen aus und gaben nur die leichteren weiter. Das erste Papiergeld wurde in Europa 1661 in Schweden eingeführt. In Bayern kam das erste Papiergeld erst 1836. Aber noch lange hielt man es nicht für "richtiges" Geld – das waren nur die guten Gold- und Silbermünzen.

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