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Geldgeschichte
Entstehung
Überblick
Münzlexikon

Die Geschichte des Geldes

Kann man sich heute am Beginn des 21. Jahrhunderts noch ein Leben ohne Geld vorstellen? Sehr wahrscheinlich nicht mehr. So ist das Bezahlen mit Bargeld ebenso alltäglich wie die Überweisung von Konto zu Konto oder das Einkaufen mit Kreditkarte. Selbst das Online-Banking im Internet gehört heute für die meisten Menschen zum Alltagsleben.

Doch was ist Geld eigentlich? Es ist ein allgemein anerkanntes Tauschmittel. Es dient zur Wertaufbewahrung und ist eine Recheneinheit, mit der alle Güter und Leistungen vergleichbar und addierbar sind. Gleichzeitig ist es auch ein Wertgegenstand und Prestigeobjekt. Der französische Philosoph und Schriftsteller Jean-Jacques Rousseau schrieb einst: "Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft".

Woher stammt der Begriff "Geld"?

Der heutige Begriff "Geld" leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort "gelt" ab, was "bezahlen" oder "eine Schuld zahlen" heißt. Der Gebrauch von Geld ist untrennbar mit dem Entstehen des Handels innerhalb einer arbeitsteiligen Gesellschaft verbunden. So vereinfachte es als allgemein anerkanntes und gültiges Tauschmittel den Handel, indem eine Ware oder Dienstleistung gegen Geld und umgekehrt getauscht wird.

In allen Teilen der Welt und den unterschiedlichen Epochen entwickelten die menschlichen Gesellschaften mehr oder weniger unabhängig voneinander eigene Geldformen. Ihre Ursprünge sind ebenso unterschiedlich wie ihre Anwendungsformen.

Wann entstand das Geld?

Weit verbreitet und in allen Epochen zu finden ist auch das sogenannte Natural- oder Warengeld. Dabei handelte es sich um eine Art Zwischentauschmittel, So tauschte beispielsweise ein Jäger einige seiner Felle in Salz. Dieses war wiederum als Tauschmittel für einen anderen Geschäftspartner interessant, bei dem es der Jäger zum Beispiel wieder gegen die von ihm benötigten Speerspitzen eintauschen konnte. Es sind die unterschiedlichsten Formen des Naturalgeldes bekannt, zum Beispiel die Kaurimuschel, mit der vor etwa 4.000 Jahren in China, Nordafrika und Südostasien bezahlt wurde, das Steingeld in Ozeanien, das Ring- und Schmuckgeld in Neu-Guinea und im Südpazifik oder das Kleidergeld (z.B. Pelze) in Nordamerika.

Das Münzgeld

Die ersten bekannten Münzen (lat.: moneta) wurden - so antike Geschichtsschreiber - im 7. Jh. v. Chr. im kleinasiatischen Königreich Lydien geprägt. Hier wurden abgewogene Geldstücke mit einer Legierung aus Gold und Silber verwendet. Sie waren mit einem Bild als Prägung versehen, das Symbol oder Siegel der Autorität war, die damit für die Ausgabe der Münze verantwortlich zeichnete.

Medaille von Hans Aesslinger auf Herzog Albrecht V. (1550-1579), 1558
Medaille mit Herzog Albrecht V. (1550-1579), 1558

Die Münzen erleichterten den Handel wesentlich. Ihr Vorteil: sie haben immer die gleiche Größe, das gleiche Gewicht und das gleiche Aussehen, so dass sie nur noch abgezählt und nicht mehr gewogen werden mussten. Zudem besaßen Münzen eine größere Wertbeständigkeit, da sie aus Edelmetall bestanden und damit einen realen Marktwert darstellten. Allerdings müssen Münzen nicht immer rund sein. Die heute bekannte runde Form ist eher ein Zufallsprodukt: so entstanden die ersten Münzen aus einem durch die Prägung flachgedrückten Metallklümpchen, dass mehr oder weniger rund war. Allerdings gab es zu allen Zeiten verschiedene Geld- und Münzformen, wie beispielsweise in Kapseln eingelegte Briefmarken, die eine Art Zwischenform zwischen Münz- und Papiergeld darstellen. Das erste Papiergeld stammt vermutlich aus China, wo es erstmals im 9. Jahrhundert verwendet wurde. Ursprünglich handelte es sich dabei um schriftlich niedergelegte Zahlungsverpflichtungen. In Japan stellten ab dem 14. Jh. Kaufleute sog. Kitte (Noten) auf bestimmte Mengen Silbergeld aus, ab 1661 durften die lokalen Fürsten Papiergeld ausgeben, die sog. Gebietsscheine, und dieses Recht auch an Privatleute weiterverleihen. In Europa druckten die Schweden ab 1661 das erste Papiergeld, nachdem die Vorräte an Silbermünzen knapp geworden waren.

Geschichte der Münzprägung

Die Münzprägung basiert im wesentlichen seit 2.700 Jahren auf dem gleichen Prinzip. Zunächst wird in einen Unterstempel ein Bildnegativ eingraviert. Dieser Unterstempel - auch Vorderseite oder Avers genannt - wird in einen Amboss oder Holzblock eingelassen. Nun wird ein Stück Metall (Gold, Silber, Kupfer oder Legierungen) darauf gelegt. Das Metallklümpchen - auch Schrötling genannt - wird dann mit einem Festhaltemeißel festgehalten und mit einem Hammer in den Unterstempel hineingeschlagen. Im Festhaltemeißel ist ebenfalls ein Bild eingraviert. Dieses nennt man die Rückseite oder das Revers der Münze. Seit dem 16. Jahrhundert hat sich die Spindelpresse - auch Schraube, Balancier, Stoßwerk oder Anwurf genannt - in der Münzprägung durchgesetzt. Diese soll erstmals im 16. Jahrhundert in Augsburg entwickelt worden sein. So wurde der Oberstempel mittels einer Spindelschraube auf den Schrötling und Unterstempel gesenkt. Um den Prägedruck zu erzeugen, wird die Kraft durch eine doppelarmige Schwingachse auf die Spindel übertragen.

In seltenen Fällen wurden Münzen auch gegossen. Bekannt ist, dass die römischen Asse und chinesischen Cash-Münzen im Gussverfahren hergestellt wurden. Heute werden die Münzen mittels Maschinen aus vorgefertigten Metallbändern gestanzt, die etwa 500 Stück pro Minute erstellen können.

 


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